Zu Beginn einer neuen Gartensaison steht für viele Hobbygärtner auch die Pflege des Rasens im Mittelpunkt. Im Verlauf eines Jahres sammelt sich hier oft Moos und Rasenfilz an, was der Grünfläche quasi die Luft zum Atmen nimmt. Die Lösung für dieses Problem besteht gern darin, dass man den Rasen vertikutieren möchte. Hierbei werden unliebsames Gewächs und alte Gräserreste aus dem Boden gekämmt und der Rasen vertikal eingeschlitzt. Infolgedessen ist der Boden aufgelockert, der Rasen bekommt mehr Sauerstoff und wächst schneller.

Wann der beste Zeitpunkt für diese Rasenkur ist und wie Sie am besten vorgehen, erfahren Sie hier.

Rasen vertikutieren – Wann ist die beste Zeit?

Zieht man mit einer kleinen Harke probeweise über die Rasenfläche und findet Moospolster oder alte Mährückstände in den Zinken, oder sind Moosflächen bereits mit dem bloßen Auge sichtbar, ist die Frage, wann man Rasen vertikutieren sollte, beantwortet.

Generell gilt: Der Rasen kann vom Frühjahr bis in den Herbst hinein vertikutiert werden. Je nach Jahreszeit gilt es hierbei aber ein paar Besonderheiten zu beachten. Stellen Sie grundsätzlich sicher, dass Ihr Vertikutierer so eingestellt ist, dass er den Boden nicht tiefer als 2 – 3mm einschlitzt. Sollten Sie Ihren Rasen einige Jahre nicht behandelt haben, oder neigt dieser zu starker Moosbildung, empfiehlt es sich, nach dem Schachbrettmuster vorzugehen.

Hierbei wird der Rasen zur optimalen Belüftung zunächst in Längsrichtung und anschließend nochmal in Querrichtung vertikutiert. Zur Frage wie oft man Rasen vertikutieren sollte, ist gerade bei Moosbelasteten Flächen ein- bis zweimal pro Jahr ein guter Richtwert.

Der fertig vertikutierte Rasen erholt sich nun und erstrahlt mit der richtigen Nachbereitung im neuen Glanz

Rasen vertikutieren im Frühling

  • Rasenpflege erst ab April beginnen, wenn das Rasenwachstum auch wieder eingesetzt hat. (Faustregel: stehen die Narzissen in voller Blüte, wächst auch der Rasen wieder)
  • Zunächst stickstoffhaltigen Dünger auf dem Rasen ausbringen und die Fläche in angemessen zeitlichem Abstand zweimal mähen
  • Anschließend den trockenen Rasen vertikutieren

Rasen vertikutieren im Sommer

  • Wenn der Rasen im Sommer intensiv genutzt und am meisten beansprucht wird, ist dies die ungünstigste Zeit zum vertikutieren
  • Frühjahr und Herbst bieten in diesen Fällen bessere Bedingungen zur Regeneration der Rasenfläche
  • Wer im Sommer seinen Rasen vertikutieren möchte, kann unseren Hinweisen zum Frühjahrsschnitt folgen

Rasen vertikutieren im Herbst

  • Das Rasen vertikutieren im Herbst eignet sich vor allem für stark beanspruchte oder zur Moosbildung neigende Flächen
  • Rasen vertikutieren am besten im September oder Oktober. So kann die Fläche sich bei noch milden Temperaturen erholen
  • Vor dem Vertikutieren den Rasen mähen (nicht kürzer als 2 Zentimeter)
  • Im Anschluss an das Vertikutieren einen Kalium-haltigen Herbstdünger ausbringen, der die Fläche für die kalte Jahreszeit stärkt

Nachbereitung: Säen, Düngen, Pflegen

Haben sich unsere Hinweise bisher auf das Rasen vertikutieren und düngen bezogen, so darf nicht vergessen werden, dass diese Rasenpflege auch einer gewissen Nachbereitung bedarf. Da die Ausdünnung und Schlitzung der Grünfläche diese stark beansprucht und der Prozess auch optisch seine Opfer fordert, muss man im Blick behalten, dass zum Rasen vertikutieren auch Nachsäen gehört.

Der Vertikutierer fördert oftmals viel Auswurf zutage. Die entfernten Moosreste können hierbei gegebenenfalls kahle Stellen hinterlassen. Gerade dunkle und feuchte Ecken des Rasens neigen zu verstärkter Moosbildung, sodass nach einer Runde Vertikutieren hier manchmal nicht viel von der Grünfläche bleibt.

Vertikutierter Rasen sieht nicht schön aus, erholt sich aber durch Nachsäen und Düngen schnell wieder, um dann besser also vorher auszusehen

Zunächst ist es wichtig, diese Abfallprodukte gründlich zu entfernen. Nutzen Sie eine Harke und entfernen den Auswurf, damit der Rasen bestmöglich von der Auflockerung profitiert. Auf hierbei entstandenen kahlen Stellen sollten Sie sofort Rasen nachsäen und diesen gut bewässern.

Eine allgemeine Bewässerung empfiehlt sich auch, wenn Sie sich erst im späten Mai oder Juni entscheiden, den Rasen zu vertikutieren. So wächst er schneller wieder nach.
Nach dem Vertikutieren können Sie zudem eine dünne Sandschicht (z.B. Bausand) auf ihrer Grünfläche ausbringen. Diese gewährleistet einen lockereren Boden und verbessert dessen Sauerstoffhaushalt.

Das Equipment muss passen

Abschließend möchten wir Ihnen aufzeigen, welches Equipment sich für Sie am besten zum Rasen vertikutieren eignet und dazu einige Unterschiede zwischen Elektro- und Benzinvertikutierer demonstrieren.

Benzin-Vertikutierer

  • Sinnvoll für große Rasenflächen
  • Kein störendes Stromkabel
  • Hohes Eigengewicht, welches selbst bei harten Böden eine ausreichende Belüftungstiefe gewährleistet

Elektro-Vertikutierer

  • Sinnvoll für kleine bis mittlere Rasenflächen
  • Achten sie auf eine ausreichende „Kraft“ des Geräts (>1200W), um auch bei härteren Böden ein gutes Ergebnis zu erzielen
  • Die Möglichkeit, das Gerät zu beschweren, ist wünschenswert um ein „Hoppeln“ des zu leichten Gerätes auf festen Böden zu vermeiden

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Wann soll man den Rasen vertikutieren? Praxistipps zum Vertikutieren im Frühling, Sommer und Herbst

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