„Du musst deinen Feind kennen, um ihn besiegen zu können“ – dieses Zitat gilt auch für die Schädlingsbekämpfung im Garten und im Haus. Wer schon mal den Kampf mit Wollläusen aufgenommen hat, der weiß, dass es sich bei den Schädlingen um hartnäckige Gegner handeln kann.

Aber woran genau kann man Wollläuse erkennen und wie lassen sich die Pflanzen vor einem Befall schützen? Welche Möglichkeiten gibt es, um Woll- und Schmierläuse effektiv zu bekämpfen? Diesen Fragen gehen wir in den folgenden Zeilen auf den Grund!

Allgemeines zu Wollläusen

Bei Wollläusen, die auch als Schmierläuse oder Wurzelläuse bezeichnet werden, handelt es sich um Schädlinge, die zur Familie der Blattläuse gehören. Es gibt rund 1000 bekannte Arten von Wollläusen und die Tierchen, die eine Größe zwischen einem und zwölf Millimeter erreichen, kommen weltweit vor. In Mitteleuropa gehört die Zitrusschmierlaus (Planococcus citri) sowie die Langschwänzige Schmierlaus (Pseudococcus longispinus) zu den häufigsten Arten.

Wollläuse sind dazu in der Lage, sich eingeschlechtlich zu vermehren, sodass deutlich mehr weibliche Tiere vorkommen, als männliche. Die Weibchen können etwa 600 Eier in zwei Monaten legen, wobei die Gelege sich in der Regel an den Blättern oder im Substrat befinden, sodass sie häufig erstmal übersehen werden. Darüber hinaus sind sie gut gegen chemische und physikalische Einflüsse geschützt, weil sie mit einer wachsartigen Ummantelung versehen sind.

Wollläuse - auch Schmierläuse genannt - sind kleine weiße Schädlinge

Die ersten Larven schlüpfen dann nach rund 10 Tagen und können sich rasend schnell vermehren. Spätestens jetzt müssen dringend Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Wolllaus: So erkennen Sie einen Befall frühzeitig

Wollläuse saugen an den Blättern, den Stängeln und sogar an den Wurzeln der Pflanzen und schädigen diese damit stark. Darüber hinaus scheiden Schmierläuse Gifte mit ihrem Speichel ab, wodurch die Wachstumsprozesse sowie die Vitalität der betroffenen Pflanzen beeinträchtigt wird. Ein Wollläuse-Befall lässt sich oft schnell erkennen, denn die Blätter der befallenen Pflanze färben sich gelb und rollen sich ein, bis sie schließlich komplett absterben. Oftmals führt ein starker Befall mit dem Schädling unweigerlich zum Tod der Pflanze, wenn nicht umgehend Maßnahmen ergriffen werden.

Die meisten Arten der kleinen Tierchen sehen aus als würden sie Härchen besitzen, allerdings handelt es sich bei diesem wollartigen Überzug um Wachs. Da das Wachs bei Bewegungen oder Wärme schmiert, werden Wollläuse oft auch als Schmierläuse bezeichnet. Kommen Wollläuse vorwiegend an den Wurzeln einer Pflanze vor, wird der Befall jedoch erst relativ spät entdeckt, da die Tierchen dann überwiegend unterirdisch leben. Wollläuse in der Wohnung sind jedoch keineswegs selten. Ist eine Topfpflanze von Schmierläusen befallen, erkennen Sie dies meist während des Umtopfens an weißen Schmierspuren an den Innenwänden der Töpfe.

Welche Pflanzen sind besonders oft von einem Wollläuse-Befall betroffen?

Wollläuse bevorzugen krautartige Pflanzen wie Korbblütler, Hülsenfrüchtler und Gräser. Aber auch Zierpflanzen wie Birkenfeigen und Gummibäume sind nicht selten von einem Befall betroffen. Zudem sind auch Wollläuse an Hortensien oder Wollläuse auf der Orchidee nicht selten. Yuccas, Kakteengewächse und Passionsblumen bleiben ebenso wenig verschont, sodass viele Betroffene auch Wollläuse auf der Palme feststellen müssen. Auch der beliebte Weihnachtsstern kann betroffen sein, wenn es zu Fehlern in der Pflege kam.

Schmierläuse sind kleine, weiße Schädlinge, die sich gerne auf Pflanzen und Bäumen vermehren

Hausmittel gegen Wollläuse – Schädlingsbekämpfungsmittel selbst herstellen

Sobald ein Befall mit Wollläusen erkannt wurde, ist eine sofortige Bekämpfung der Schädlinge notwendig. Ein selbstgemachtes Spritzmittel bietet sich als erste Möglichkeit an. Setzen Sie dazu einfach eine 2 prozentige Lösung aus Schmierseife und Wasser an. Lösen Sie am besten die Seife zunächst in warmem Wasser auf und lassen Sie die Lösung über Nacht durchziehen. Geben Sie am nächsten Tag etwa 200 Milliliter Spiritus auf jeweils einen Liter der Mischung und besprühen Sie anschließend damit die befallenen Pflanzen.

Es ist unbedingt notwendig, hier Schmierseife zu nutzen, da diese die Wachsschicht der Schmierläuse löst. Somit werden die Schädlinge schnell abgetötet. Wiederholen Sie die Behandlung etwa 5 mal (einmal täglich). Bei einem sehr starken Befall können Sie auch die Spiritusmenge auf bis zu 50% erhöhen oder die Schmierläuse mithilfe einer Zahnbürste mechanisch abbürsten.

Biologische Mittel, um Wollläuse bekämpfen zu können

Im Handel stehen unterschiedliche biologische Mittel zur Verfügung, mit denen sich Schädlinge gut bekämpfen lassen. Für Mensch und Pflanze sind diese in der richtigen Dosierung eher unbedenklich, können allerdings Wollläuse in einigen Fällen bekämpfen. Viele dieser Schädlingsbekämpfungsmittel wirken auf Basis von Paraffin: Die Schädlinge werden eingehüllt und trocknen schließlich aus. Durch die Wachsschicht der Schmierläuse wirken viele dieser Mittel allerdings nur bedingt.

Schmierläuse bekämpfen: Effektiv einem Befall vorbeugen

Werden Pflanzen in einer Monokultur angebaut, vermehren sich Schädlinge in der Regel rasend schnell. Dementsprechend ist es wichtig, dass in der Umgebung eine biologische Vielfalt anzutreffen ist. Nur verschiedene Pflanzen können den natürlichen Feinden von Schädlingen ein geeignetes Zuhause bieten.

Gegen Schmierläuse sind Marienkäfer, Schlupfwespen und Florfliegen die effektivsten Nützlinge, Es ist deshalb ratsam, dass den natürlichen Fressfeinden der Wolllaus eine geeignete Heimat geboten wird, indem eine große biologische Vielfalt im Garten geboten ist. Zwischen Gemüse und Obst sollten Sie also auch Sträucher, Kräuter oder Blumen pflanzen. Unter anderem zählen viele schöne nützliche Pflanzen dazu, wie Tagetes, Ringelblumen und Mohnblumen.

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Schmierläuse bekämpfen - So wirst Du Wollläuse wieder los

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